Förderverein gegründet: Heraklius-Wandmalereien

FRAUROMBACH (be). "Dies ist für Buisch ahl Huss ein historischer Tag", um mit den Worten von Hans Feick zu sprechen, damit meinte er die Gründungsversammlung des "Fördervereins Heraklius-Wandmalereien in der Evangelischen Pfarrkirche Fraurombach". Die Resonanz auf die ausgesprochenen Einladungen war sehr groß, sodass sich bereits am Gründungstag 21 Fördermitglieder offiziell eintrugen. Zum Versammlungsort des Fördervereins wurde die gute Stube im ersten Stock von Romichs Dorfmuseum ernannt.

Pfarrkirche von Fraurombach Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung

FRAUROMBACH (ffr) Die Initiativgruppe zur Gründung eines Fördervereins zur Erhaltung der Pfarrkirche von Fraurombach und deren Wandmalereien hatte am Sonntagnachmittag zu einer Veranstaltung über die geplante Vereinsarbeit eingeladen. Der Verein, der noch in diesem Monat gegründet werden soll, möchte sich eine breitenwirksame Öffentlichkeitsarbeit für die Fraurombacher Pfarrkirche zur Aufgabe machen, um auf diesem Weg zusätzliche finanzielle Mittel durch Spenden und Fördergelder zu erhalten. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde eindrucksvoll auf die Besonderheiten der erhaltenen Wandmalereien hingewiesen und Fragen über die dargestellte Thematik beantwortet.

Gründung eines Fördervereins geplant

In der Pfarrkirche von Fraurombach befindet sich von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt ein herausragendes Kulturgut unserer Region. Es handelt sich hierbei um einen Wandmalereizyklus, der um 1330 entstanden ist und die mittelalterliche Legende über die Lebensgeschichte des byzantinischen Kaisers Herakleios veranschaulicht. Dieser Kaiser hat während seiner Amtszeit (610-641) das von den Arabern geraubte Heilige Kreuz zurückerobert und nach Jerusalem gebracht. Diese Tat bescherte Herakleios einen prominenten Platz in der Heilsgeschichte und bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert wird dieses Ereignis in unterschiedlichen Kunstgattungen veranschaulicht. Neben diesem historisch belegten Ereignis aus der Kaiserzeit des Herakleios sind in Fraurombach auch Episoden seiner Kindheits- und Jugendgeschichte dargestellt, von denen das profane mittelhochdeutsche Epos "Eraclius" des Meister Otte berichtet. Der Fraurombacher "Eraclius"-Zyklus ist ein einzigartiges Beispiel für die Übertragung eines profanen literarischen Themas in das Medium der Wandmalerei für einen Kirchenraum. Auf die Besonderheit der Fraurombacher Wandmalereien hat die internationale germanistische und kunsthistorische Forschung in den letzten Jahren immer wieder hingewiesen und zunehmend Besucher angelockt.