Der lange Weg

Lesung mit Nathan Ceas

„Er beschleunigte seine Schritte und lief ungewollt plötzlich neben einer jungen Frau, unter deren Kopftuch blonde Haare vorwitzig hervorschauten. In der Hand hielt sie einen kleinen rotbraunen Pappkoffer. Sein Blick traf auf ihre blauen Augen, die ihn anlächelten. ‚Ich heiße Kläre Hufnagel, und du?‘“

Auf Einladung des Fördervereins nahm Nathan Ceas am 8. November 2014, dem Vorabend des Jahrestags der Reichspogromnacht von 1939, seine Zuhörer in der Fraurombacher Kirche mit auf einen ganz besonderen Weg. Der Halbjude Daniel läuft Ceas‘ Roman „Der lange Weg“ nicht nur aus einem Germanisierungslager in Polen zurück zu seinen Eltern nach Berlin, sondern er entdeckt auch mit Kläre, die er auf der Flucht kennenlernt, viele Geheimnisse, die ihm die Schritte in die Welt der Erwachsenen ermöglichen.

Auf der einen Seite oft unbeschwerte Kinder, die lachen und scherzen, als ob sie nichts von Krieg und Flucht wüssten, stimmen die beiden jungen Leute auf der anderen Seite oft nachdenkliche Töne an, wenn sie darüber diskutieren, wie es mit Deutschland nun, im Frühjahr 1945, weitergehen soll und wie es eigentlich zu dieser Lage kommen konnte.

Der ehemalige Fraurombacher Mitbürger Carl Eckart Schwartz, der unter dem Pseudonym Nathan Ceas historische Romane verfasst, verknüpft in dieser Geschichte das persönliche Schicksal und die oft sehr emotionalen Erlebnisse eines heranwachsenden Knaben mit den Geschehnissen in Deutschland in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges.

Die vorgetragenen Passagen boten einen ersten Einblick in den Roman, ließen die Zuhörer an einigen Stellen staunen und weckten Neugier auf das Ende der Geschichte. Britta Seng und Dorothea Hoch untermalten die Lesung mit Flötenklängen und ließen die Worte noch eindringlicher wirken.

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